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Die
elektrische Kleinbahn Düsseldorf - Duisburg
Nördlich von Bonn bis zu seinen Mündungen in die Nordsee fließt der Rhein
durch eine Landschaft, die gemeinhin die „Niederrheinische Tiefebene" genannt wird. In
ausgedehnten Niederungen des Flachlandes, deren niedrige Ränder durch
Deiche gegen Überschwemmungen gesichert sind, liegen die großen Städte
Düsseldorf und Duisburg. Die südlichere der beiden, Düsseldorf, ist eine
relativ junge Stadt, die 1288 durch den Grafen Adolf von Berg Stadtrechte
erhielt und nach Aufwertung der Grafschaft Berg zum Herzogtum Residenzstadt
wurde. Nach Schleifung der Festungswerke Anfang des 19. Jh. und später der
Kasernen in der Stadtmitte entwickelte sich Düsseldorf zu einem
Handelszentrum. Etwa 30 km weiter nördlich, von Stadtmitte zu Stadtmitte
gemessen, liegt Duisburg, die größte niederrheinische Stadt des Ruhrgebietes
und seit dem Mittelalter Handelszentrum. Hier begann der „Hellweg", die
Handelsstraße zum Weserraum. Heute bilden die werkseigenen und öffentlichen
Hafenanlagen das größte Binnenhafensystem der Welt mit einer Fläche von 1200
Hektar.
Zwischen beiden Städten liegen Ortschaften, wie Angermund, Kalkum,
Kaiserswerth und Wittlaer, die einst selbständige Städte oder Gemeinden
darstellten und durch Eingemeindung 1929, bzw. 1975 allesamt Stadtteile von
Düsseldorf wurden. Ebenso verhielt es sich im Duisburger Umland, auch hier
wurden aus ehemaligen selbständigen Gemeinden durch Eingemeindung Duisburger
Stadtbezirke, so dass heute Düsseldorf und Duisburg eine gemeinsame
Stadtgrenze aufweisen.
Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts war dieser Teil der niederrheinischen
Region noch reines Agrarland, doch die Industrialisierung rückte sowohl von
Düsseldorf in nördlicher wie von Duisburg in südlicher Richtung immer weiter
vor. Mit der Ausdehnung des Duisburger Stadtgebietes nach Süden und der
Ansiedlung großer Industrieunternehmen und der dadurch wachsenden Siedlungen
Wanheimerort, Buchholz und Huckingen entstand der Wunsch, diese mit Duisburg
und Düsseldorf zu verbinden, zumal hier, wie auch in Kaiserswerth, ein
Verkehrsanschluss nur mit Postkutschen bestand. So stellte die Rheinische
Metallwaren- und Maschinenfabrik in Düsseldorf am 15. November 1892 ein
erstes Konzessionsgesuch an den Regierungspräsidenten von der Recke von der
Horst zur Errichtung und Betreibung einer Bahn von Düsseldorf-Derendorf
nach Duisburg-Hochfeld. Diesem Gesuch wurde am 24. März 1893 durch den
Minister für öffentliche Arbeiten in Berlin unter Maßgabe des Gesetzes über
Kleinbahnen vom 28. Juli 1892 stattgegeben. Als Eisenbahnbehörde, die die
Bau- und Betriebsaufsicht zu führen habe, bestimmte der Minister das
Königliche Eisenbahn-Betriebsamt Deutz-Emmerich in Düsseldorf.
Erste Einwendungen gegen die geplante Ausführung kamen von der Königlichen
Oberpostdirektion wegen der Möglichkeit der Beschädigung der unterirdisch
liegenden Telegrafenkabel Berlin - Köln durch Bauarbeiten. Auch
interessierte Bürger wandten sich gegen den Bahnbau; sie befürchteten
Belästigungen und Enteignungen ihrer Immobilien. Der Stadtbaumeister
beanstandete die geringe Straßenbreite in Kaiserswerth: Sie betrug 8,6 m,
und die Bahn hätte davon 2,5 m für sich in Anspruch genommen. Doch schon
waren Firmen auf dem Plan, die Angebote zur Errichtung dieser Kleinbahn
abgaben, J. Heintges aus Düsseldorf am 21. Juli 1894 und Lenz & Co. aus
Stettin am 10. Dezember 1895.
In den Folgejahren nach der Konzessionserteilung entwickelte sich ein reger
Schriftwechsel zwischen dem Regierungspräsidenten in Düsseldorf, den
Oberbürgermeistern und Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden, der
Reichspost, der Königlichen Eisenbahndirektion und den zum Bahnbau willigen
Firmen. Die hierbei entstandenen Interessenlagen veranlassten die Firma
Lenz & Co., ihre Bereitschaft zum Bahnbau am 6. Juni 1896 an die
Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft in Köln abzugeben. Diese schlug nun mit
Brief vom 20. Juli 1896 vor, die Kleinbahn, mit Übergabegleis ausgestattet,
im Staatsbahnhof Derendorf beginnen zu lassen und den Betrieb mit
Lokomotiven als Vollspurbahn zu betreiben. Dieses Ansinnen wurde vom
Minister für öffentliche Arbeiten in Berlin mit Schreiben vom 27. Februar
1897 abgelehnt, und er wies noch einmal auf das Gesetz über Kleinbahnen vom
28. Juli 1892 hin. Wegen der guten Eisenbahnverbindung zwischen Düsseldorf
und Duisburg über Angermund sollte aus Konkurrenzgründen nur eine Kleinbahn
zugelassen werden, ohne Anschluss an Staatsbahnhöfe und mit ausdrücklicher
Beschränkung auf Personen- und Stückgutverkehr.
Die vom Minister für öffentliche Arbeiten in Berlin herausgegebenen
Einschränkungen für dieses Bahnprojekt veranlassten die Westdeutsche
Eisenbahn-Gesellschaft in Köln zu einer scharfen Stellungnahme:
„(. . .) Als Kleinbahn hat die Bahn unter derartigen Bedingungen
(Kleinbahngesetz) keinen Wert (. . .). (. . .) für die Entwicklung des
Düsseldorfer Nordens und des Duisburger Südens hat diese Bahn aber eine hohe
wirtschaftliche Bedeutung. Bei dem heutigen Stand der wirtschaftlichen
Entwicklung muss daher gefragt werden, ob das Ministerium diese Bahn als
Staatsbahn selber bauen lassen wolle, oder als Nebenbahn dem Privatkapital
freigegeben werden solle.
Damit war dieses Projekt vorerst einmal gescheitert. Mit großem Interesse
hatte der Direktor der Koblenzer Pferdebahn und seit dem 1. Juli 1892
Pächter der Düsseldorfer Pferdeeisenbahn und späterer Direktor der seit 1892
in städtischem Besitz befindlichen Düsseldorfer Straßenbahn Freiherr von
Tippelskirch die Pläne zur Errichtung einer Kleinbahnverbindung von
Düsseldorf nach Duisburg verfolgt. Mit Schreiben vom 26. Oktober 1897 bat er
nun seinerseits um die Konzessionserteilung für den Bau und Betrieb einer
normalspurigen, elektrisch betriebenen Kleinbahn von Düsseldorf zunächst
nach Kaiserswerth und für die
Verlängerung nach Duisburg zu einem späteren Zeitpunkt. In diesem Antrag
wurde besonders betont, dass diese Bahn alleine dem Personenverkehr dienen
solle und als Fortsetzung der Düsseldorfer Straßenbahn in nördlicher
Richtung zu betrachten sei. In Kaiserswerth hatten sich vor der
Jahrhundertwende Diakonissinnen niedergelassen und eine Anstalt zur
Betreuung weiblicher Gemütskranker eingerichtet. Sie wünschten zur
Verbesserung der Lichtverhältnisse in ihrer Institution die Errichtung einer
Kraftstation. Um den Auftrag zum Bau der Anlage bemühte sich eifrig Herr von
Tippelskirch. Die Stadtverordnetenversammlung von Kaiserswerth übergab ihm
am 2. Januar 1898 die Konzession zum Bau und Betrieb eines
Elektrizitätswerkes, mit dessen Erbauung unverzüglich begonnen wurde. Dabei
wurde die Ausstattung vorausschauend so bemessen, dass die in Planung
befindliche Bahn Düsseldorf - Kaiserswerth - Duisburg von hier aus ebenfalls
mit elektrischer Energie versorgt werden konnte. Nach wie vor lag die
Erbauung der Kleinbahn im Widerstreit der Interessen. So sah sich der
Oberpräsident der Rheinprovinz am 15. Januar 1898 veranlasst zu erklären,
nun endlich und schleunigst mit dem Bau derselben zu beginnen. Da entschloss
sich am 12. März 1898 die 1896 gegründete Rheinbahn, eine Konzession zu
beantragen, um die Betriebsführung der elektrischen Bahn zu übernehmen.
Schon Wochen vorher, am 19. Februar 1898, trat die Allgemeine Lokal- und
Straßenbahn-Gesellschaft zu Berlin, die Erbauerin u. a. der Duisburger
Straßenbahn war, als weiterer Bewerber auf. Von Tippelskirch legte im Mai
1898 einen eingehend begründeten Plan
für die Anlage einer normalspurigen, elektrisch betriebenen Kleinbahn
von Düsseldorf über Kaiserswerth nach Duisburg vor. Die Duisburger
Stadtverordnetenversammlung erklärte sich am 12. Juli 1898 mit diesen
Planungen einverstanden, machte jedoch einen Vertragsabschluss zur
Vorbedingung. In diesem wurde festgelegt, dass nach Ablauf von 45 Jahren die
Stadt Duisburg in das von jeder Belastung freie Eigentum und in den Besitz
der übernommenen Anlage mit sämtlichem Zubehör treten sollte. Am 23. August
1898 erkannte von Tippelskirch die von der Regierung gestellten Bedingungen
als verbindlich an. Wenige Tage vorher, am 19. August, gab die Westdeutsche
Eisenbahn-Gesellschaft ihren Verzicht auf den Bau dieser Bahn bekannt, einen
Tag später erklärte dies auch die Allgemeine Lokal- und
Straßenbahngesellschaft. Nach weiteren langen Verhandlungen wurde am 2.
Januar 1899 ein ähnlicher Vertrag mit der Stadt Düsseldorf geschlossen.
Die Regierung erteilte am 28. März 1899 der am 15. September 1898
gegründeten „Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn GmbH", deren Kapital je
zur Hälfte von den Städten
Düsseldorf und Duisburg aufgebracht worden war, die Genehmigung zum Bau und
Betrieb der Kleinbahnlinie. Die Genehmigungsurkunde untersagte den Anschluss
der Kleinbahn an die Staatsbahnhöfe in Düsseldorf und Duisburg. Eine
Gleisverbindung war nur mit der Düsseldorfer Straßenbahn genehmigt worden,
und zwar am südlichen Ende der Kleinbahn. Sitz der Gesellschaft „Düsseldorf
- Duisburger Kleinbahn" wurde Kaiserswerth, wo bereits die Kraftstation
zur Verbesserung der
Lichtverhältnisse in den Diakonissinnenheimen existierte. Hier entstanden
auch das Verwaltungsgebäude der Gesellschaft und ein Depot zur Aufnahme der
Fahrzeuge.
Streckenausbau, Wagenpark
Sofort nach Genehmigung durch den Regierungspräsidenten zu Düsseldorf am
28. März 1899 begann der Streckenausbau zunächst an der Ecke
Kaiserswerther-/Nordstraße, wo eine dreigleisige Umsetzanlage errichtet
wurde. Entlang der Kaiserswerther Straße ging es eingleisig in Seitenlage
der Straßen und mit einigen Ausweichen versehen über Stockum, Lohausen bis
Kaiserswerth. Zugleich verlängerte die Düsseldorfer Straßenbahn ihre Linie
aus Richtung Jägerhof von der Sternstraße über die Duisburger Straße bis in
die Nordstraße. Die Eröffnung des Streckenteils (Sternstraße) - Nordstraße -
Kaiserswerth erfolgte am 31. Oktober 1899. Unmittelbar nach Inbetriebnahme
dieser Teilstrecke begann der Weiterbau über Wittlaer, Kesselberg,
Huckingen, Wanheim bis zur
Endstelle in Duisburg, die in der Düsseldorfer Straße in Höhe der Börse
eingerichtet wurde. Diese Teilstrecke erfuhr ihre Eröffnung am 1. August
1900 (nach anderen Quellen am 16. August 1900). Die Gesamtstrecke hatte eine
Länge von 23,96 km, in denen 2,65 km eingeschlossen waren, die sich im
Eigentum der Stadt Düsseldorf befanden. Ab 1901 fuhren zeitweilig die Tw
der Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn bis zur Sternstraße, nachdem sie vorher
ihre Bw in der dreigleisigen Umsetzanlage Kaiserswerther Straße abgekuppelt
hatten.
Zur Erstausstattung des Wagenparks gehörten 21 zweiachsige Tw und zehn
ebenfalls zweiachsige Bw, die von der Waggonfabrik Weyer & Co. erbaut
wurden. Die elektrische Ausrüstung lieferte die
Union-Elektrizitätsgesellschaft, Berlin. Die Tw hatten Rollenstromabnehmer
und zwei Motoren von je 25 PS Leistung, wiesen eine Länge von etwa 9 m auf,
waren jedoch nur 2 m breit; der Achsstand betrug 2,5 m. Der Einstieg war
jeweils hinten, verschlossen mit halbhohen Klapptüren. Unter den
Mittelfenstern der verglasten Plattformen befanden sich die Zielschilder,
an den Stirnfronten waren unter dem Dachrand und über den Rammbohlen die
Scheinwerfer angebracht. Die Fahrzeuge waren dunkelgrau lackiert und
trugen beige Absetzungen. Die Eigentumsbezeichnung „Düsseldorf - Duisburger
Kleinbahn GmbH" war unter dem seitlichen Fensterband aufgemalt. Alle
Fahrzeuge besaßen Puffertellerkupplungen, wie auch die Wagen der
Düsseldorfer Straßenbahn. Im Gegensatz zu den Tw hatten die Bw
Mitteleinstiege mit hohen Falttüren; sie waren mit Rücksicht auf die
zeitweilig sehr starke Staubentwicklung auf der Landstraße völlig verglast.
Die Außenmaße der Bw waren identisch denen der Tw; der Achsstand betrug
jedoch nur 2,2 m. Auch sie führten an der jeweils hinteren Plattform ein
Zielschild. Von der Duisburger Dampfbahn Duisburg - Mülheim - Broich wurden
vier 4xBw des Baujahres 1888 übernommen, deren Stirnfronten bis 1910
nachträglich verglast wurden. Sie hatten eine Länge von 10 900 mm und einen
Drehzapfenabstand von 5200 mm. In den Jahren 1913/14 verlängerte man ihre
Plattformen um je 300 mm und änderte die Verglasung, sowohl auf den
Plattformen, wie auch an den Seitenwänden, die sechs große Fenster
erhielten. Im Inneren dieser Fahrzeuge wurden die vorhandenen Längssitze
gegen Quersitze ausgetauscht. In dieser Ausführung liefen diese
Vierachs-Beiwagen in Duisburg noch bis 1955! Zum Fahrzeugpark gehörten
ferner noch ein Sprengwagen sowie zwei Arbeitswagen, einer für den
Oberleitungsbau und ein weiterer zum Transport von Schienen.
Mit Aufnahme des Betriebes wurde eine Zugfolge von 20 Min. eingerichtet, bei
einer Betriebsdauer von 6 Uhr früh bis 22 Uhr am Abend. Auf der
Gesamtstrecke Düsseldorf - Duisburg betrug die Fahrzeit 78 Minuten. Bei
Bedarf wurde vornehmlich an Sonn- und Feiertagen zwischen der Nordstraße
und Kaiserswerth ein 10-Min.-Verkehr eingerichtet. Auch in Duisburg bestand
schon recht bald ein Bedarf an Zwischenkursen im Vorortverkehr zwischen der
Endstelle und der Fischerstraße, ab 1910 auch bis Sittardsberg. Somit
verdichteten sich auf diesem Streckenabschnitt die Zugabstände auf 10
Minuten. Ebenfalls 1910 richtete man in Düsseldorf einen Zwischenverkehr auf
der Strecke Nordstraße - Deutscher Kaiser (Luftschiffhalle Stockum) ein und
baute einen großen Teil dieser Strecke zweigleisig aus, mit einer
Gleisschleife in Stockum.
Besitz- und
Betriebsumstellungen, Streckenerweiterungen
In den Jahren 1905/06 verfolgte das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk
in Essen (RWE) im Zusammenhang mit Hugo Stinnes Pläne, eine Monopolisierung
der Elektrizitätswirtschaft im Ruhrgebiet herbeizuführen. Hierzu gehörte
auch der Erwerb von Konzessionen für
Bau und Betrieb elektrischer Bahnen, der Bau und Betrieb solcher Bahnen
sowie die Beteiligung an Bahnunternehmen, wobei letzteres im Vordergrund
der RWE-Geschäftstätigkeit stand. Die Bemühungen des RWE, an möglichst
vielen Straßenbahnunternehmen Beteiligungen anzustreben und hierbei vom
Zuwachs an elektrischer Energie zu profitieren, gelang nicht in dem Maße,
wie es sich Hugo Stinnes vorgestellt hatte. Neben einigen anderen kleineren
Unternehmen gelangte auch die Düsseldorf - Duisburger Kleinbahn 1906
für zwei Jahre vollständig in den
Besitz des RWE, doch mit dem Scheitern der Monopolisierungsbestrebungen
veräußerte das RWE die Kleinbahn am 15. April 1908
für 1.500.000 Mark an die
Allgemeine Lokal- und Straßenbahngesellschaft, Berlin. Im Verlaufe des
Jahres 1908 wurden in Duisburg die Gleise der Kleinbahn an der Einmündung
der Düsseldorfer Straße in die Königstraße mit denen der ebenfalls der
Allgemeinen Lokal- und Straßenbahngesellschaft gehörenden Duisburger
Straßenbahn verbunden. Fahrzeuge, Wagenhallen und Strom wurden von diesem
Zeitpunkt an von beiden Bahnen auf Duisburger Gebiet gemeinsam genutzt und
somit auch die direkte Übergangsmöglichkeit in das Duisburger Ortsnetz
geschaffen. Die der Kleinbahn gehörenden Wagen des Vorortverkehrs benutzten
nun die Wagenhalle an der Mülheimer Straße in Duisburg, um sich die Anfahrt
aus Kaiserswerth
zu ersparen.
Differenzen zwischen der Stadt Düsseldorf und der Allgemeinen Lokal- und
Straßenbahngesellschaft führten 1910 dazu, dass Düsseldorf von dem
vertraglich festgelegtem Recht, den auf ihrem Stadtgebiet gelegenen Teil
der Kleinbahn aufzukaufen und ihre SL 10 von der Endhaltestelle Klever
Straße über die Gleise der Kleinbahngesellschaft bis zur Schleife in
Stockum zu
verlängern, Gebrauch machte. Stockum war
1909 durch Eingemeindung der Stadt Düsseldorf zugefallen. Durch diese
Maßnahme ging der Kleinbahn der Lokalverkehr auf dieser Strecke verloren.
Dies führte, nach Genehmigung der Aufsichtsbehörden, dazu, dass die
Kleinbahn den Betrieb zwischen der Nordstraße in Düsseldorf und Stockum
aufgab und die Fahrgäste von Düsseldorf nach Kaiserswerth oder Duisburg von
der städtischen Straßenbahn in Duisburg dort in die Kleinbahn umsteigen
mussten.
Schon Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Allg. Lokal- und
Straßenbahngesellschaft versucht, den Betrieb der städtischen Straßenbahn
in Duisburg über Hochfeld bis nach Wanheim auszudehnen. Diese Bemühungen
scheiterten jedoch an der Verweigerung der Anlage niveaugleicher Kreuzungen
mit den Gleisen der Staatsbahn südlich des Hochfelder Bahnhofs durch die
Aufsichtsbehörde. Noch 1904 hatte die Düsseldorf - Duisburger Kleinbahn die
Rentabilität einer Linie nach Wanheim angezweifelt, doch 1909 - die
Industrialisierung im Süden der Stadt Duisburg schritt weiter fort -
erklärte sie sich auf Anfrage der Stadt Duisburg bereit, eine
Straßenbahnlinie von der Düsseldorfer Chaussee über die Kulturstraße und
Wanheimer Straße nach Wanheim zu erbauen. Diese neue Strecke wurde am 24.
Dezember 1912 eröffnet. Die weitere Ausdehnung der Industrie erforderte
bereits im März 1914 eine Verlängerung bis zur Stadtgrenze am Angerbach.
Seit 1915 wurden die auf dieser Linie laufenden Kurse bis zur Königstraße
in Duisburg durchgeführt. Der Betrieb dieser Wanheimer Linie erforderte für
den dadurch vergrößerten Fahrzeugpark ein weiteres Depot, das 1913 in
Duisburg, Am Grunewald, zusammen mit einem Unterwerk zur Stromversorgung
errichtet wurde. Mit der Eröffnung und späteren Verlängerung der Wanheimer
Linie stieg das Beförderungsaufkommen erheblich an. Dies erforderte die
Beschaffung neuen Wagenmaterials. Als Anschlussauftrag an eine bereits
erfolgte Lieferung an die Duisburger Straßenbahn wurden bei der Waggonfabrik
Herbrand & Co., Köln, zehn 2xTw und vier 2xBw bestellt, die der Duisburger
Serie weitgehend angepasst waren. Lediglich für die Tw-Fahrgestelle wurde
das Untergestell der Düsseldorfer Straßenbahn mit 2750 mm Radstand von der
Waggonfabrik Weyer gewählt. Die Bw erhielten ein eigenes Laufgestell, das
denen der Duisburger Tw entsprach. In eigener Werkstatt wurden zugleich
einige alte Tw zu Bw umgebaut.
Durch die Aufgabe der Betriebsführung auf der Endstrecke in Düsseldorf und
der Inbetriebnahme der Wanheimer Zweigstrecke verschob sich der Schwerpunkt
des Unternehmens wesentlich in Richtung nach Duisburg. Am 30. Juni 1913
ging die Düsseldorf - Duisburger Kleinbahn zum Gesamtpreis von 2.100.000
Mark in den Besitz der Stadt Duisburg über, blieb aber als GmbH bestehen.
Auf Düsseldorfer Stadtgebiet verblieb die Betriebsführung weiterhin bei den
Düsseldorfer Straßenbahnen. Die Verwaltung der Kleinbahn wechselte zu diesem
Zeitpunkt ihren Sitz von Kaiserswerth nach Duisburg.
Die Einnahmen der Kleinbahn entsprachen um 1913 nicht mehr denen der
Vorjahre, was auf die Streckenverkürzung bis Stockum und auf den verstärkten
Verkehr in Duisburg selbst zurückgeführt wurde. Die Verwaltung ordnete
daraufhin die Weiterführung bis zur früheren Endstelle Nordstraße in
Düsseldorf an. Noch schwieriger wurden die Verhältnisse mit Ausbruch des
Ersten Weltkrieges am 1. August 1914. Betriebseinschränkungen waren die
Folge, so wurde der Zwischenverkehr bis Sittardsberg sofort eingestellt. Da
auch die Staatsbahn weniger Züge einsetzte, waren die Fahrgäste auf die
Klein- und Straßenbahnen angewiesen, deren Wagen durch die hohen
Beförderungsleistungen meistens überfüllt waren und sich mit Fortdauer des
Krieges in einem immer schlechteren Zustand befanden. In den
Nachkriegsjahren kamen mit der Inflation und der französischen Ruhrbesetzung
1923 weitere Erschwernisse hinzu. Erst mit der Überwindung der
Geldentwertung
und der Stabilisierung der Währung stellten sich auch für die Kleinbahn
wieder normale Verhältnisse ein.
Ausbau der
Kleinbahn zur Schnellstraßenbahn
Die Städte Düsseldorf und Duisburg begannen 1920 Gespräche mit dem Ziel, die
vorhandene Kleinbahnstrecke zu begradigen, zweigleisig auszubauen und auf
einen eigenen Gleiskörper zu verlegen. Doch diese Pläne wurden vorerst nicht
weiter verfolgt, denn zum gleichen Zeitpunkt trat die „Studiengesellschaft
für die Rheinisch-Westfälische Schnellbahn mbH, Essen", auf den Plan, um
ihr Projekt des Baues eines Schnellbahnnetzes zwischen Köln und Dortmund
von 1909 nach dem Vorbild der Rheinuferbahn Köln - Bonn in die Tat
umzusetzen. Die Konzession hierzu wurde von dem zuständigen Ministerium am
22. Januar 1924 erteilt. Diese Bahn war als vollspurige Hauptbahn für
elektrischen Betrieb mit 1500 V Gleichstrom konzipiert und sollte
kreuzungsfrei verkehren. In den Städten Köln, Düsseldorf, Duisburg, Mülheim,
Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Langendreer und Dortmund war nur je ein
Haltebahnhof vorgesehen. Die Höchstgeschwindigkeit sollte zwischen
Düsseldorf und Duisburg 130 km/h, die Fahrzeit 14 Minuten betragen. Die auf
99 Jahre konzessionierte Bahn wurde jedoch nie gebaut, denn die Deutsche
Reichsbahn erweiterte in den zwanziger Jahren die Bahnanlagen im
Industriegebiet und führte selbst einen eigenen „Ruhr-Schnellverkehr" ein.
Nach Aufgabe dieser überregionalen Städteschnellbahnplanung nahmen
Düsseldorf und Duisburg ihre Verhandlungen hinsichtlich des Umbaus der
Bahnanlagen der Kleinbahn wieder auf. Beide Städte einigten sich am 15. März
1924 auf einen völligen Umbau der gesamten Strecke zu einer zweigleisigen
Schnellbahn mit eigenem Bahnkörper zwischen den Stadtkernen. Damit sollte
die technisch und baulich unzulänglich gewordene Kleinbahnverbindung nach
dem Vorbild der Düsseldorf-Krefelder Schnellstraßenbahn modernisiert werden.
Im Juni 1924, noch vor Einführung der Reichsmark, übernahm Düsseldorf die
Hälfte der Geschäftsanteile der Düsseldorf - Duisburger Kleinbahn GmbH.
Noch 1924 begann man mit den Vorarbeiten für den Grunderwerb, wobei viele
Schwierigkeiten beim Ankauf der benötigten Grundstücke auftraten.
Notwendige Enteignungsverfahren, deren Genehmigungen durch die
Aufsichtsbehörde verspätet eintrafen, machten u. a. Änderungen in der
Streckenführung erforderlich. Der Ausbau der Kleinbahn zu einer
Schnellverkehrslinie begann am 6. August 1925. Auf eigenem Bahnkörper
wurden die Abschnitte Duisburg, Neuer Friedhof - Huckingen - Kaiserswerth -
Düsseldorf, Uerdinger Straße (7,8 km) verlegt. Straßenkreuzungen und
größere Übergänge erhielten eine Sicherung durch Lichtsignale. Von einer
Beschrankung sah man, nicht zuletzt wegen zu hoher Personalkosten ab, zumal
die Höchstgeschwindigkeit auf 40 km/h festgelegt worden war. Ab 1930 wurde
sie indes auf 60 km/h erhöht. Die feierliche Eröffnung der neuen Strecke
erfolgte am 1. Mai 1926 anlässlich der Düsseldorfer Ausstellung für
„Gesundheit, Sozialfürsorge und Leibesübungen" (Gesolei) mit neuen schweren
vierachsigen Fahrzeugen als gemeinschaftlich betriebene Straßenbahn der
Duisburger Straßenbahn (für Rechnung der Kleinbahn) und der Rheinischen
Bahngesellschaft in Düsseldorf. Die Kosten für den Umbau hatten beide
Unternehmen je zur Hälfte getragen. Die nun mit „D" bezeichnete Linie war in
Duisburg bis zur Saarstraße in der Nähe des Hauptbahnhofes verlängert
worden. In dieser Umsetzanlage endete nun auch die 1912 eingerichtete
Wanheimer Linie (SL 8), die ja zur Düsseldorf - Duisburger Kleinbahn
gehörte. Während die bisherige Kleinbahn alle 20 Min. verkehrte, fuhr die
neue Linie im 30-Min.-Takt, und dies bei großen Haltestellenabständen. Für
den Lokalverkehr auf gleicher Strecke wurde deshalb eine neue SL 9 (Duisburg
- Huckingen) eingerichtet. In Düsseldorf endete die Linie an der im Jahre
1908 erbauten Wendeschleife am Graf-Adolf-Platz, die sich mit Einführung der
Linie D (hier
endeten 1925 bereits zwei Fern- und eine Lokallinie) als zu klein erwies.
Mit der Umstellung auf Schnellstraßenbahnbetrieb war auch die Umgestaltung
des neuen Fernbahnhofes Graf-Adolf-Platz verbunden, der am 1. Juni 1926
eröffnet
wurde. Damit entfiel das Umsetzen der D über zwei Gleiswechsel am Ende der
Breiten Straße. Die Rheinbahn errichtete zwischen Düsseldorf Hbf. und
Kaiserswerth ebenfalls eine Lokallinie (SL 11), die alle 20 Min. verkehrte.
Die Fahrzeit zwischen Düsseldorf, Graf-Adolf-Platz und Duisburg, Hbf.,
betrug nun nur noch 63 Min. bei verlängerter Strecke. In den Morgenstunden
verkehrte die D mit Dreiwagenzügen (Tw + Bw + Bw), in der Hauptverkehrszeit
mit einem Bw. Zu betriebsschwachen Zeiten reichte oft ein Solo-Tw aus.
Der neue
Fahrzeugpark der Schnellstraßenbahn
Für die neu zu beschaffenden Schnellverkehrsstraßenbahnwagen machte man sich
die bei der Rheinbahn auf ihrer Krefelder Fernlinie gesammelten Erfahrungen
zunutze. Gleichzeitig war der Wunsch vorherrschend, bei starkem
Verkehrsaufkommen Wagen der Krefelder bzw. Moerser Linie auf der Strecke
nach Duisburg und umgekehrt einsetzen zu können. Die zehn von der
Waggonfabrik Düsseldorfer Eisenbahnbedarf erbauten 4xTw und die acht bei der
Waggonfabrik Schöndorff in Düsseldorf erbauten 4xBw liefen in den ersten
Jahren unter der Bezeichnung „Düsseldorf - Duisburger Kleinbahn" mit den
Nummern 12-21 bzw. 55-62. Die elektrische Ausrüstung stammte von
Siemens-Schuckert. Sie entstanden in Ganzstahlausführung mit Ausnahme der
Plattformen der Tw, die in der üblichen Holzbauweise (leichtere
Reparaturmöglichkeit?) entstanden. Die formschönen Tw und Bw waren äußerlich
gleichartig ausgeführt, ihre Länge betrug 15 m(!), der Drehzapfenabstand 7,5
m. Die mit zwei Fahrmotoren von je 60 kW/h Leistung, Nockenfahrschaltern und
Luftdruckbremsen ausgerüsteten Tw hatten ein Gewicht von 27,6 t. Das
Fassungsvermögen von Tw und Bw betrug je 111 Fahrgäste, von denen 40 auf
ledergepolsterten Sitzen in Abteilanordnung Platz nehmen konnten. Für die
Schnellstraßenbahn Düsseldorf - Duisburg lieferte die Stahlbaufirma Harkort
zwei sechsachsige Gel-Tw, eine Bauart, die in Europa erstmalig 1926
ausgeführt wurde. Bei fast allen europäischen Straßenbahnunternehmen zählt
diese Bauart heute zum Standard. Kein anderer Straßenbahnwagentyp hat das
Erscheinungsbild in unserer Zeit so geprägt wie dieser
zweiteilige sechsachsige
Drehgestell-Gel-Tw, bei dem die Wagenkästen von Vorder- und
Hinterwagen in der Mitte auf einem gemeinsamen Drehgestell ruhen und
miteinander durch einen Faltenbalg verbunden sind. Die Triebdrehgestelle
besaßen je zwei Motoren mit einer Leistung von je 37,5 kW/h. In der Mitte
des 20,55 m langen Wagens befand sich ein 1 m breiter Durchgang; in beiden
Wagenhälften war je ein Pendelschaffner
tätig.
Äußerlich und in ihren Hauptabmessungen waren diese 6xGel-Tw den neuen
Schnellbahnwagen für die SL D
angepasst. Sie sollten bei starkem Verkehrsaufkommen von Duisburg bis
Kaiserswerth oder bis Düsseldorf zum Einsatz gelangen. In der Praxis waren
sie bis zu ihrer Ausmusterung im Jahre 1968 jedoch vornehmlich auf der SL 8
nach Hüttenheim im Betrieb.
Weitere
Streckenänderungen
Auf der Fernlinie D änderte sich in den dreißiger Jahren nicht allzu viel.
Im Jahre 1934 plante die Stadt Düsseldorf eine Ausstellung in Golzheim, wozu
man als Zubringer eine neue und breitere repräsentative Straße errichten
wollte. Hierzu musste die seit 1926 bestehende Schnellbahnstrecke
ihre Trasse ändern. In den Jahren 1935/1936 kam es zum Bau der neuen,
breit angelegten Kaiserswerther Straße (mit viergleisigem Bahnkörper)
zwischen Reeser Platz und dem Freiligrathplatz. Am Reeser Platz entstand
eine Doppelgleisschleife für die
Straßenbahn. Die neue viergleisige Strecke wurde am 23. März 1936 in Betrieb
genommen. Auf dem östlichen Gleispaar verkehrte ab diesem Zeitpunkt die SL D
nach Duisburg und die SL 11, auf dem westlichen die SL 10 und E-Züge zum
Rheinstadion. Ab dem Freiligrathplatz verließ und verlässt auch heute noch
die Strecke zum Rheinstadion den Viergleisbahnkörper in westlicher Richtung,
die Strecke geradeaus führte und führt über Lohausen und Kaiserswerth nach
Duisburg. Anfang 1935, nach Fertigstellung des neuen Duisburger
Hauptbahnhofes und seines Empfangsgebäudes, wurden die Endstellen der SL D
und SL 8 in einen Tunnel unter dem Bahnhofsvorplatz verlegt; die Züge beider
Linien wendeten anschließend in einer zweigleisigen Schleife. Im Zuge des
Ausbaus der Stadtautobahn wurde die Haltestelle im Tunnel, wie auch die
Wendeschleife, 1955 aufgelassen. Am 1. Oktober 1955 wurde in der
Mercatorstraße, auf der Westseite des Bahnhofsvorplatzes eine neue
dreigleisige Endhaltestelle in oberirdischer Lage in Betrieb
genommen.
Am 1. Mai 1938 wurden die Anteile der Düsseldorf - Duisburger
Kleinbahngesellschaft von der Rheinbahn Düsseldorf und der Duisburger
Straßenbahn je zur Hälfte übernommen. Die Eigentumsbezeichnung an den
Fahrzeugen änderte sich entsprechend, Duisburg wurden die Tw 12-16 und die
Bw 55-58 zugeschlagen, Düsseldorf die Tw 17-21 und die Bw 59-62. Das
Heimatdepot der Duisburger Wagen blieb Grunewald, das der Düsseldorfer Wagen
der Betriebshof Handweiser.
Der Zweite Weltkrieg mit seinen zahllosen alliierten Luftangriffen
besonders auf die Städte des Ruhrgebiets fügte den Straßenbahnunternehmen
unbeschreibliche Schäden zu. Fahrleitungen und Fahrzeuge wurden besonders
in Mitleidenschaft gezogen. Am 2. März 1945, mit Näherrücken der
Kriegsfront, wurde der Betrieb auf der SL D auf ganzer Linie eingestellt.
Erstmals am 25. November 1945 konnte der Verkehr zwischen Düsseldorf, Hbf.
und Kaiserswerth mit der örtlichen SL11 aufgenommen werden. Auf Duisburger
Seite geschah dies mit der SL 8 bereits am 24. Mai 1945. Nach
Wiederinbetriebnahme gesprengter Brücken über den Kittel- und Angerbach nahm
die SL D am 15. Mai 1946 ihren Betrieb wieder auf. Da die schweren
vierachsigen D-Bahn-Wagen öfters ausfielen, verkehrten auf der Strecke
häufig Fahrzeuge der Düsseldorfer Fernlinien K und M, zweiachsige Wagen der
Ortslinien der Rheinbahn, die sechsachsigen Duisburger Harkortwagen und
Duisburger Kriegsstraßenbahnwagen (KSW).
Zur Erreichung höherer Geschwindigkeiten (auch bei Bildung von
Dreiwagenzügen) erhielten die 4xTw nach 1948 anstelle der bisherigen zwei
nun vier Fahrmotoren, z. T. mit 60, z. T. mit 65 kW/h. Hierdurch und durch
weitere bauliche Veränderungen erhöhte sich das Leergewicht dieser Fahrzeuge
von 27,6 auf fast 30 t. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielten nur die
Duisburger Wagen elektropneumatische Fahrschalter
anstelle der ursprünglichen Nockenfahrschalter.
Straßenbahn
mit Speisewagen
Im Jahre 1936 wurde für wenige Monate versuchsweise ein Speisewagenbetrieb
auf der SL D nach dem Vorbild der seit 1924 auf der SL K nach Krefeld
eingesetzten Speisewagen eingerichtet, der allerdings erst ab 1948 fester
Bestandteil der D-Bahn werden sollte, als zwei kriegsbeschädigte Duisburger
4xBw beim Wiederaufbau zu Speisewagen mit fester Kücheneinrichtung
hergerichtet wurden und ab dem 16. Mai 1950 nach einem festen Fahrplan zum
Einsatz gelangten. Diese Fahrzeuge erhielten einen violett-cremefarbenen
Außenanstrich. Im Inneren herrschte das Ambiente eines Luxusrestaurants
vor: getäfelte Wände in Mahagoniholz, mit
hellem Birkenholz verkleidete Decken,
Sitzbänke mit Lederbezügen. Alle Düsseldorfer und Duisburger
Lokalzeitungen hingen in hölzernen Haltern zwischen den Rundbogenfenstern.
Mit Inbetriebnahme der neuen 8xGel-Tw
mit mittig angeordnetem Speiseabteil am 2. Mai 1965 verkehrten
letztmalig die beliebten vierachsigen Speisewagen. Das Küchenabteil in den
neuen
8xGel-Tw war kleiner, jedoch wesentlich moderner
und entsprach im Prinzip dem eines Flugzeuges. Obwohl sich mit
Inbetriebnahme der neuen Fahrzeuge die Fahrzeit nun auf 50 Min. reduzierte,
war das Angebot sehr vielfältig. Die Speisekarte wies nicht weniger als 30
Mahlzeiten bzw. Getränke auf!
Angeregt durch den erfolgreichen Speisewageneinsatz
auf der SL D setzte die Duisburger Verkehrsgesellschaft auf der längsten
Duisburger Straßenbahnstrecke, der 28 km langen SL 9 von
Huckingen nach Dinslaken, ab 21. Juli
1965 versuchsweise einen Speisewagen ein. Diese Strecke, die in etwa
80 Min. durchfahren wurde und die täglich 57 000 Fahrgäste beförderte, bot
sich für den Speisewagenbetrieb einfach an. Angesichts des großen
Fahrgastaufkommens und der daraus resultierenden Drängelei besonders im
Berufsverkehr musste dieser Versuch wieder abgebrochen werden. Der geplante
Einsatz weiterer 8xGel-Tw mit Speiseabteil im innerstädtischen Betrieb
unterblieb.
Beschaffung neuer Fahrzeuge für die Linie „D"
Die Duisburger Verkehrsgesellschaft hatte von ihren 4xTw und 4xBw im Kriege
nichts einbüßen müssen, Düsseldorf hatte jedoch einen 4xTw und zwei 4xBw
verloren. Da die Rheinbahn im Zuge des Kilometerausgleichs verpflichtet war,
auf der SL D gleiche Leistungen wie Duisburg zu erbringen, setzte sie häufig
Dreiwagenzüge aus zweiachsigen „Niederflurwagen" ein. Aus Mangel an 4xBw
führten die Duisburger Wagenzüge als zweiten Beiwagen häufig einen der
Stromabnehmer beraubten 4xTw mit sich. Ebenso erwarb die Duisburger
Verkehrsgesellschaft 1953 von der Rheinbahn zwei Mitteleinstiegs-4xBw des
Baujahrs 1912, die nach Inbetriebnahme neuer Fahrzeuge auf der Düsseldorfer
Fernlinie K nach Krefeld entbehrlich geworden waren.
Nach Einsatz dieser Mitteleinstiegs-Bw wurde der als Beiwagen eingesetzte
4xTw mit neuen Motoren versehen und ab 1955 auf der SL D in Betrieb
genommen. Im Juli 1957 erhielt die Rheinbahn von der Firma DÜWAG
versuchsweise einen 8xGel-Tw, der sich von den bereits im Einsatz
befindlichen 6xGel-Tw durch ein zusätzliches Mittelteil und ein weiteres
Laufdrehgestell unterschied. Die Leistung der beiden Fahrmotoren betrug je
100 kW/h, die Laufdrehgestelle besaßen Bremssysteme. Dieses Fahrzeug hatte
eine Länge von 25,6 m und eine Breite von 2,35 m, das Leergewicht betrug 26
t. Den Fahrgästen standen 64 Sitz- und 193 Stehplätze zur Verfügung. Dieser
Prototyp mit der Düsseldorfer Nr. 2310 wurde zunächst eingehenden
Vergleichsfahrten im Stadtgebiet mit hoher Fahrgastfrequenz unterworfen. Er
bewährte sich und wurde von der Rheinbahn übernommen. Angesichts der
positiven Ergebnisse, die mit diesem Doppelgelenkwagen erzielt wurden, und
nicht zuletzt im Hinblick auf den Einspruch der Aufsichtsbehörde, die für
die alten, schweren
Vierachsfahrzeuge eine höhere Bremsverzögerung verlangte, entschlossen sich
beide Verkehrsbetriebe 1958, auf der SL D mit diesem 8xGel-Tw und einem
modernen Großraum-4xBw Versuchsfahrten durchzuführen, um im Überland- wie im
Stadtverkehr Erfahrungen in technischer und betrieblicher Hinsicht zu
erwerben. Auch sollten die neu zu beschaffenden Fahrzeuge nach Möglichkeit
keine Ausnahmen im Fahrzeugpark beider Verwaltungen darstellen. Für den
Versuchseinsatz erhielt der Triebwagen stärkere Motoren mit einer Leistung
von je 115 kW/h, die für die SL D charakteristischen Doppelscheinwerfer
sowie eine Scharfenbergkupplung zur Mitnahme des Beiwagens. Der Zweiwagenzug
aus Doppelgelenk-Triebwagen und Großraum-Beiwagen bot Platz für 370
Fahrgäste, war etwa 40 m lang und hatte nur noch das halbe Zuggewicht im
Vergleich zu einem Dreiwagenzug älterer Bauart.
Beide Verkehrsgesellschaften beschlossen aufgrund der positiven Erfahrungen,
ab 1960 den Betrieb der Fernlinie D auf diese Fahrzeuge umzustellen. Bis zur
Auslieferung der gemeinsam bestellten fünf 8xGel-Tw, die 1960 und 1961 in
Dienst gestellt werden konnten, setzten die Duisburger Verkehrsbetriebe noch
ihre alten Dreiwagenzüge ein, während die Düsseldorfer Rheinbahn die 1959
für den Ortsverkehr gelieferten Einrichtungs-8xGel-Tw 2355 und 2458 für den
Verkehr auf der SL D umbauten und ein- setzten. Im November 1960 verkehrten
erstmals fahrplanmäßig ein 8xGel-Tw mit Speiseabteil und 4xBw, die
angesichts ihres Komforts und des rot-cremefarbenen Außenanstrichs in der
Lokalpresse als „TEE" unter den Straßenbahnzügen
beschrieben wurden. Ende 1963 erhielt Duisburg noch zwei gleichartige,
jedoch nur 2,2 m breite Fahrzeuge (davon einer mit Speiseabteil), die
dadurch freizügig auf der Fernlinie, aber auch im Ortsnetz einsetzbar waren.
Die alten vierachsigen „D"-Bahn-Wagen der Rheinbahn wurden schon 1959 zur
Fernlinie „K" nach Krefeld umgesetzt, die Duisburger Verkehrsgesellschaft
nahm die ihr gehörenden Fahrzeuge mit Ausnahme eines Dreiwagenzuges, der von
der Rheinbahn übernommen wurde, bis zum 3. Mai 1965 aus dem Verkehr. Mit der
Umstellung auf einen modernen Fahrzeugpark wurde die Höchstgeschwindigkeit
auf freier Strecke mit 70 km/h festgelegt. Dies erforderte neben den bereits
bestehenden Anlagen an den Überwegen in Kaiserswerth, an der Kalkumer
Schloßallee und am Sittardsberg sowie an den Endschleifen in Kaiserswerth
und Huckingen die Absicherung durch Signalanlagen. Die Fahrzeit zwischen
beiden Endstellen betrug nunmehr 53 Min., so dass jetzt vier Kurse anstatt
der früheren fünf zur Bedienung der Strecke ausreichten. In
verkehrsschwacher Zeit wurden die Düsseldorfer Bw auf Gleis Vier des
Fernbahnhofes am Graf-Adolf-Platz abgestellt; in Duisburg geschah dies am
Betriebshof Grunewald.
Um dem zunehmenden Autoverkehr in der Düsseldorfer Innenstadt einen besseren
Verkehrsfluss zu ermöglichen und eine Entflechtung der über die Alleestraße
führenden acht Orts- und zwei Fernbahnlinien herbeizuführen, begann die
Stadt Düsseldorf 1961 mit der großzügigen Umgestaltung der Verkehrswege in
der Innenstadt. Am Rande derselben, auf dem Jan-Wellem-Platz, entstand ein
Straßenbahn-Knotenpunkt mit acht Bahnsteigen, zwei Busbahnsteigen,
großzügigen Wendeschleifen und Rangiermöglichkeiten für die Fernbahnlinien D
und K. Am 30. Oktober 1962 wurde diese Anlage in Betrieb genommen und die
alte Endhaltestelle Graf-Adolf-Platz aufgegeben.
Die Linie
„D" im Konzept der „Stadtbahn Rhein-Ruhr"
Schon 1924 war anlässlich des zwischen den Städten Düsseldorf und Duisburg
abgeschlossenen Vertrages betreffend der Düsseldorf - Duisburger Kleinbahn
die Absicht bekundet worden, die städtischen Bahnen mit den Bahnen der
Nachbarstädte in ein gemeinwirtschaftliches Unternehmen mit dem Ziel der
vollkommenen Einheitlichkeit von Betrieb und Verwaltung zu überführen. Es
sollten noch 50 Jahre vergehen, bis dieses Vorhaben angegangen werden
konnte. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hatte 1970 in ihrem
Generalverkehrsplan für die Ballungszentren an Rhein und Ruhr einheitliche
Stadtbahnnetze vorgeschlagen. Diese sollten gemeinsam mit dem S-Bahn-Netz
der DB unter Einbeziehung des flächenerschließenden Zubringerverkehrs mit
Bussen die regionalen, aber auch die innerstädtischen Verkehrsbedürfnisse
abdecken. Neue Strecken in Normalspur, die Meterspurstrecken ersetzend und
unabhängig vom Autoverkehr,
sollten teils unterirdisch, teils auf eigenem Bahnkörper die Städte
miteinander verbinden.
Bereits 1967 begannen die Vorplanungen zum Stadtbahnprojekt in Duisburg. Die
Fernlinie D war als Teststrecke von der Landesregierung in Düsseldorf
auserkoren worden. Es sollte als Stadtbahnvorlaufstrecke eine Brücke von der
Ruhr nach Düsseldorf geschlagen werden. Am 15. Juli 1969, im Gründungsjahr
der Stadtbahngesellschaft Rhein-Ruhr, wurde in Duisburg zwischen Neuem
Friedhof und Sittardsberg die erste Baustufe in offener Lage und einer
Länge von 800 m in Angriff genommen. Weitere Streckenteile folgten, und 1975
war eine 4,1 km lange Trasse mit fünf Bahnhöfen bis nach Duisburg-Kesselberg
(an der Stadtgrenze zu Düsseldorf) fertig gestellt. Im Vorlaufbetrieb wurde
diese Strecke mit normalen Straßenbahnfahrzeugen
bedient.
Auf Düsseldorfer Seite erhielt die Strecke neue Gleise zwischen Kesselberg
und Kaiserswerth sowie Hochgeschwindigkeitsfahrleitungen. Zwischen
Kaiserswerth und Freiligrathplatz wurden ebenfalls gleismäßige und
fahrleitungstechnische Verbesserungen durchgeführt. Niveaugleiche
Straßenübergänge erhielten Signalanlagen, teilweise auch Halbschranken. Im
Jahre 1975 war die Fernbahnstrecke zwischen Duisburg, Neuer Friedhof und
Düsseldorf, Freiligrathplatz stadtbahnmäßig ausgebaut. Ein Weiterbau in
Richtung Duisburg Innenstadt war durch Anliegereinsprüche blockiert, die
Führung des bisherigen Streckenverlaufes in Straßenebene oder als
Untergrundstrecke durch den Stadtteil Duisburg-Hochfeld ungeklärt. In der
Duisburger Innenstadt sollte die Stadtbahn in jedem Fall als Untergrundbahn
ausgeführt werden, für die die Bauarbeiten am 21. März 1975 begonnen
hatten. Die Arbeiten des ersten Bauabschnittes zur Untertunnelung der
Düsseldorfer Innenstadt begannen 1973 auf der Fischerstraße von der Klever
zur Venloer Straße.
Der
Verkehrs-Verbund Rhein-Ruhr
Als Vorläufer, Verkehrsunternehmen in einem Verbund zusammenzuschließen,
kann sicherlich der „Zwei-Städte-Verbund" zwischen Düsseldorf und Duisburg
mit dem im August 1899 geschlossenen Vertrag zur Errichtung einer
Fernbahnlinie zwischen beiden Städten gelten. In den nachfolgenden
Jahrzehnten trat der Gedanke zur Errichtung eines Verkehrsverbundes im
Ruhrrevier immer wieder auf, doch sollte es bis zum Jahre 1970 dauern, dass
die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen die Initiative zur Bildung eines
solchen Verbundes ergriff. Eine Kommission, gebildet aus Vertretern des
NRW-Verkehrsministeriums, der Deutschen Bundesbahn und der
Nahverkehrsunternehmen, war beauftragt, Kooperationsbereiche aufzuzeigen.
Deren Vorarbeiten führten am 1. Januar 1980 zur Gründung des
„Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr". Für alle im Verbund tätigen
Verkehrsunternehmen galten von diesem Tage an einheitliche und verbindliche
Fahrpreise sowie ein untereinander abgestimmter Fahrplan. Zum gleichen
Zeitpunkt trat auch eine neue Liniennummerierung in Kraft: Ein- und
zweistellige Nummern wurden den Bundesbahn- und Schnellbahnlinien
zugeordnet, dreistellige Nummern Straßenbahnen und Bussen, wobei die erste
Ziffer den jeweiligen kommunalen Verkehrsunternehmen zugeteilt wurde. Nach
diesem Schema erhielt die Rheinbahn Düsseldorf die Ziffer 7 und die
Duisburger Verkehrsgesellschaft die Nummer 9. Aus der Linie „D" (Düsseldorf
Hbf. - Duisburg Hbf.) wurde damit die Linie „79".
Neue
Fahrzeuge für die Fernlinie „79"
Für den Stadtbahnvorlaufbetrieb gelangten ab Frühherbst 1975 neue Fahrzeuge
zum Einsatz: Zweirichtungs-8xGel-Tw des Typs GT8S, eine Neuentwicklung der
ortsansässigen Waggonbaufirma DÜWAG, die seit einem Jahr im Düsseldorfer
Ortsnetz und in Doppeltraktion auf der Fernlinie K verkehrte. Die neuen
Fahrzeuge unterschieden sich von den bisherigen auf der Li- nie D
eingesetzten durch Türen auf beiden Seiten sowie Fahrerkabinen an beiden
Fahrzeugenden. Dies wurde erforderlich durch die Ausführung des Haltepunktes
Wittlaer mit einem Mittelbahnsteig und des Wegfalls der platzaufwendigen und
teuren Wendeschleifen im Tunnelbau. Vier der insgesamt 69 Fahrzeuge
umfassenden Lieferung erhielten im türlosen Mittelteil einen Büfettraum, der
gegenüber den bisherigen Fahrzeugen sogar noch vergrößert werden konnte. Ab
1976 fuhren auf der Fernlinie Düsseldorf - Duisburg nur noch diese neuen
Zweirichtungs-Achtachser. Die Duisburger Verkehrsgesellschaft erwarb diese
Fahrzeuge nicht, mietete jedoch einige von der Rheinbahn und besetzte sie
mit eigenem Personal. Die freigewordenen Einrichtungs-8xGel-Tw beider
Gesellschaften verkehrten nun, des Küchenabteils beraubt, auf Lokallinien.
Im Jahre 1973 erhielten die Städte Bonn und Köln die Prototypen eines von
der Fa. DÜWAG entwickelten Zweirichtungs-6xGel-Tw des Typs B100 mit den
Abmessungen eines Achtachsers, der für voll ausgebaute Stadtbahnstrecken mit
mittelhohen oder auch hohen Bahnsteigen entwickelt worden war, gleichzeitig
aber auch durch den Einbau von Klapptrittstufen auf geeigneten
Straßenbahnstrecken mit einem Mindestradius von 25 m verkehren konnte. Diese
Fahrzeuge besitzen eine Länge von 26,9 m und eine Breite von 2,65 m, die es
erlaubte, vierreihige Abteilquersitze zu installieren, auf denen 72
Fahrgäste Platz finden. Das Fassungsvermögen ist für insgesamt 296 Personen
ausgelegt. Die eingebaute Schaltsteuerung und die Fahr-/Bremsregelung
ermöglichen die Bildung von bis zu Vierwagenzügen, wobei auch die
Möglichkeit des Betriebes mit seitlicher Stromschiene gegeben ist. Nach
anfänglichem Zögern (die Stadtbahn Rhein-Ruhr hatte einen achtachsigen
Doppel-Tw des Typs A für den ausschließlichen Betrieb mit Stromschiene
favorisiert) entschieden sich auch die Städte Düsseldorf und Duisburg zur
Beschaffung des flexibleren Typs B, jedoch als B80, der eine
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h erreicht. Typ B100, für die
städteverbindenden Linien konzipiert, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit
von 100km/h. Während Düsseldorf ab 1981 eine erste Serie von 12
B80-Fahrzeugen erhielt, trafen in Duisburg 1983 drei von insgesamt 18
Fahrzeugen ein. Hier verzögerte sich ihr Einsatz durch ihre Breite, die es
nicht erlaubte, auf den noch nicht angepassten Schienenanlagen Begegnungen
durchzuführen. In den ersten Monaten nach ihrer Auslieferung wurden diese
B80C an Düsseldorf verliehen und dort auf den Stadtlinien 705, 711 und 718
eingesetzt. Von den 18 Stadtbahnwagen mit den Wagennummern 4701-4718
erhielten die letzten vier ein Speisewagenabteil mit einer
Kücheneinrichtung, die weitgehend der des Düsseldorfer GT8S-Typs entsprach,
für den Einsatz auf der Fernlinie 79 nach Düsseldorf.
Der
endgültige Ausbau zur Stadtbahn
Am 3. Oktober 1981 wurde die erste Düsseldorfer U-Bahn-Strecke zwischen
Kennedydamm und Opernhaus mit den Zwischenstationen Klever Str. und Nordstr.
auf der SL 79 eröffnet. Hinter dem Opernhaus erblickten die Züge aber schon
wieder das Tageslicht, um dann über die Stationen Wilhelm-Marx-Haus und den
Graf-Adolf-Platz die Endstelle auf der Westseite des Düsseldorfer
Hauptbahnhofes zu erreichen. Zwischen Opernhaus und Graf-Adolf-Platz
benutzte die SL 79 in oberirdischer Lage die
Kasernenstraße, in Gegenrichtung die Breite Straße. Mit
Fertigstellung des durchgehenden Tunnels Opernhaus/Heinrich-Heine-Allee -
Hauptbahnhof und der oberirdischen Abstellanlage Stahlwerkstraße wurde am 7.
Mai 1988 die unterirdische Streckenführung der U79 im Düsseldorfer
Innenstadtgebiet eröffnet. Noch im gleichen Jahr, am 6. August, wurde der
Tunnelabschnitt der Linien U70 und U76 Düsseldorf-Krefeld, der zwischen den
unterirdischen Stationen Tonhalle und Heinrich-Heine-Allee in die Trasse der
U78, Hauptbahnhof - Messe/Rheinstadion, und U79, Düsseldorf - Duisburg,
mündet, eröffnet.
Nach einer
Gesamtbauzeit von 17 Jahren
wurde am 11. Juli 1992 auch der unterirdische Betrieb in der Duisburger
Innenstadt eröffnet. Parallel zu einer
Eisenbahntrasse, die die Düsseldorfer Straße in Höhe der Kremerstraße im
Duisburger Ortsteil Dellviertel kreuzt, wurde eine Neubaustrecke in Richtung
Platanenhof errichtet. Ab hier senkt sich die Strecke in den Untergrund.
Erste unterirdische Haltestelle ist die Steinsche Gasse, der die Bahnhöfe
König-Heinrich-Platz, Hauptbahnhof und
Duissern als Endstelle folgen. Im letzteren befindet sich eine Kehranlage,
wo die Züge wenden und die Rückfahrt nach Düsseldorf antreten. Zwischen
Steinsche Gasse und König-Heinrich-Platz verbindet sich der Ost-West-Tunnel
- in dem die Straßenbahnlinie Obermarxloh - Mülheim/Ruhr
verkehrt - mit dem Nord-Süd-Tunnel, in dem die Stadtbahnlinie Duisburg -
Düsseldorf verkehrt. Beide Tunnelröhren sind voneinander getrennt, lediglich
östlich und westlich der Haltestelle Hauptbahnhof sind Gleisverbindungen
angeordnet.
Alle unterirdischen Bahnhöfe werden im Linienbetrieb angefahren; davon
ausgenommen ist der Bahnhof Duisburg Hbf., der im Richtungsbetrieb bedient
wird.
In Duisburg wurde am 23.09.2000 die
Verlängerung von Duissern durch den
Ruhrtunnel unter dem Duisburger Binnenhafen zum Meidericher Süd-Bf. mit der Zwischenstation Auf dem Damm in
Betrieb genommen.
Ein
vorläufiges Ende des Ausbaus der Stadtbahn war die Tunnelverlängerung am
15.06.2002 von Düsseldorf Hbf. nach Oberbilk und Wersten zur
Kaiserslauterner Str. und die Verlängerung der Linie U79 zu der dortigen
oberirdischen Wendeanlage. Zur Zeit befinden sich in Düsseldorf die
Planungen für eine weitere Verlängerung zur Universität Ost im Abschluss,
die Bauarbeiten für den Einbau von Gleisdreiecken an der Werstener Hauptstr.
und am Südpark werden noch 2009 beginnen.
Zu den Fahrzeugen der Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn

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